Erklär mir das

Schulzentrum Ungargasse (W)
9. Schulstufe
Musikvideo - VIDEO PREISTRÄGER 2017

Inhalt

Im Rahmen eines Rap-Workshops im Deutschunterricht bekamen Schüler des Schulzentrums Ungargasse die Aufgabe Erklärvideos zum Thema Grammatik und Rechtschreibung zu gestalten. In einem Rap dreht es sich beispielsweise nicht um Ghettos, Money oder Bling-Bling, sondern um die drei Artikel, die vier Fälle und um – wie es im Video einmal heißt – „traditionelle Grammatik-Kartelle“. Dem untypischen Thema zum Trotz geizen die Burschen nicht mit fetten Beats und freshen Rhymes. Kostprobe gefällig? Bitteschön: „ Zweiter Fall, Genitiv. Fragewort: Wessen? / Von dieser Frage sind Lehrer besessen / Antworte: Dessen! Sonst kannst du’s vergessen / Sonst musst du dir deine Note erpressen!“
In weiteren Videos werden andere beliebte Fehler thematisiert, zum Beispiel Groß- und Kleinschreibung oder korrekte „dass/das“-Schreibweise. Den jungen Filmschaffenden gelingt es in ihren Videos mit Bravour, die Balance zwischen selbstironischer Inszenierung und authentischer Performance zu halten, ohne dabei gezwungen rüberzukommen. Besonders der Rap trifft die visuelle Sprache der Jugendlichen und hat Potenzial das zu schaffen, was noch wenigen Erklärvideos gelungen ist, nämlich von den eigenen Peers akzeptiert zu werden.

Projektleitung: Andrea Motamedi und Michaela Udulutsch

Jurybegründung

Den Schülern der 9. Schulstufe des Schulzentrums Ungargasse gelingt es in ihren Videos der babylonischen Sprachverwirrung einen humor- und lustbetonten Streich zu spielen. Unter der Anleitung und mit Unterstützung der Rap-erprobten WorkshopleiterInnen von „Vista Vision OG" erklären die jungen Männer Grammatik und Rechtschreibung auf authentische Art und Weise. Besonders im Rap „Erklär mir das“ finden Spracherwerb und kulturelle Diversität der Jugendlichen in den intelligenten und mit einer ironischen Note versehenen Textpassagen eine zeitgemäße Form. Die filmische Umsetzung des Projekts gelingt vor allem in der Inszenierung, Kameraführung, Postproduktion und nicht zuletzt durch die mediale Präsenz und die Interaktion der Akteure vor der Kamera.