BigPoopData(.com)

Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt (W)
12. Schulstufe
Data-Mining Toilet - MULTIMEDIA PREISTRÄGER 2017

Inhalt

Egal ob mittels Smartphone, Social Media oder via Kunden- oder Bankkarte: JedeR Einzelne hinterlässt ständig Daten im (digitalen) Alltag. Die Sammlung, Verarbeitung und Auswertung von Daten begleitet und verändert unsere Gesellschaft. Aus politischer Sicht ergeben sich daraus grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, aus ökonomischer Sicht macht sich ein lukratives Geschäftsfeld auf. Nicht umsonst gelten Datensätze und Algorithmen als „Das neue Gold“. 

Mit BigPoopData(.com) sprechen Max Wolschlager, Robert Miller, Nico Rameder und Daniel Wetzlhütter grundlegende Fragen rund um „Big Data“ an, und das auf eine äußerst unterhaltsam-satirische Weise: Die vier Schüler der Graphischen – sie selbst bezeichnen sich als „Verfechter digitaler Privatsphäre“ – haben eine Toilette in Wien mit Sensoren ausgestattet, sodass mit jedem Gang aufs stille Örtchen Daten aufgezeichnet werden. Seit November wird in Echtzeit übertragen, wieviele Rollen Klopapier verbraucht wurden oder wie lang eine durchschnittliche Sitzung gedauert hat. Nachzulesen gibt es diese Daten übrigens auf http://www.bigpoopdata.com - (nicht nur) für jene, die ein Geschäft aus dem „Geschäft“ machen wollen.

Projektleitung: Bernhard Comploj
Link: https://bigpoopdata.com

Jurybegründung

Schon der Einstieg irritiert … auf der Website sieht man zunächst nur eine Klopapierrolle. Irritation-Provokation: Genau das wollen die vier Burschen der Graphischen Lehranstalt in Wien.
Wenn sogar das intimste „Örtchen“ mit Sensoren bestückt und verkabelt wird, damit Daten über Papier- und Wasserverbrauch sowie Verweildauer und Kernfrequenzzeiten gesammelt und veröffentlicht werden, beginnt man zu Recht an der Sinnhaftigkeit von Big Data im nichtkommerziellen Bereich zu zweifeln.
Mit der plakativen Digitalisierung des Banalen soll die Ineffizienz von Datensammlungen kritisiert und das Anrecht auf Privatsphäre verteidigt werden. Was wird das „Internet of Things“ für Folgen nach sich ziehen? Die jungen Menschen geben in diesem Projekt ihre Bedenken und Sorgen über die fortschreitende Vernetzung der Dinge des Alltags und der intransparenten Zusammenführung und Verwertung der Daten bekannt und regen zum Nachdenken an.